Aus unserer Hausrenovation ist ein altes Kellerfenster mit weiss lackiertem Holzrahmen (1954) übrig geblieben. Glücklicherweise konnte ich es vor der Entsorgung retten. Meine Absicht war es, aus dem Fenster inklusive dem Rahmen, ein Bilderrahmen für meine liebe Frau zu machen und habe es mit einer Ziehklinge abgelackt. Nachdem das schöne Nadelholz zum Vorschein gekommen ist habe ich dies nochmals überdacht und bin zum Schluss gekommen, dass eine Hängevitrine ein würdigeres Upcycling ist für dieses Stück Geschichte.
Mit Holzresten für die Seitenwände, den “Deckel” und Boden aus derselben Zeit (und einer Rückwand aus Pappel-Sperrholz) ist es mir gelungen, eine stabile, aber unglaublich schwere Hängevitrine zu schreinern. Als Verbindungselemente dienen diesmal keine Schwalbenschwanzverbindungen, sondern plumpe, neue Buchenholzleisten. Zum Glück bleiben diese Leisten, welche die Front und Seitenwände zusammen halten praktisch komplett verborgen. Besonderheit: Da der Rahmen im Verlauf der Zeit leichte Krümmungen erhielt, habe ich die Seitenwände mühselig daran angepasst. Das Resultat ist die eher rustikal aussehende Vitrine. Auch die Verriegelung konnte ich vom Kellerfenster übernehmen, musste jedoch einer der Riegel um 180 Grad drehen.
Eine Scheibe war leider gesprungen und musste repariert werden. Dank Petrol, Glasschneider und einem Zimmermannswinkel war dies keine riesige Sache mehr. Glücklicherweise hatte ich dazu noch einen alten Bilderrahmen aus Plastik inklusive Glasscheibe rumliegen. Die Grösse war recht schnell angepasst. Der alte Fensterkitt war volkommen durchgehärtet. Ich konnte ihn mit einiger Mühe entfernen und habe sämtliche Scheiben neu verkittet. Der Anblick hat sich gelohnt.
Die Vitrine habe ich mithilfe von vorgelochten Flacheisen und Schwerlastdübel an der Wand angebracht. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen – zumal ich für diese Angelegenheit gerade keine Mithilfe hatte.
Mittlerweile hat uns dieses Möbelstück schon seit 2013 begleitet. Ich möchte es nicht mehr missen und freue mich jedes Mal im Vorbeigehen, dass ich diese Arbeit auf mich genommen habe.